Indonesien und Müll

Indonesien und Müll – das ist eine eigene Geschichte. So faszinierend die indonesische Inselwelt und ihre Menschen und Kulturen auch sind, begegnet man seit vielen Jahren allerorts massiven Müllproblemen. Teils vom sorglosen Umgang der Einheimischen mit Plastikmüll, teils von den Tourismusauswüchsen vor allem auf den zentralen Inseln Java, Bali und den Gili Islands vor Lombok verursacht.

Ein – so wie in vielen anderen Ländern der Erde auch – sehr komplexes und differenziert zu betrachtendes Problem, mit den die Indonesier zunehmend konfrontiert sind. Unsere Beobachtungen erstrecken sich fast über drei Jahrzehnte, in denen wir unglaublich viel Umweltverschmutzung gesehen, aber, vor allem in den letzten Jahren, auch vielerorts intensive Bemühungen einer nachhaltigeren Abfallwirtschaft entdeckt haben.

Rund um den Wakatobi Nationalpark in Südostsulawesi beispielsweise versucht man mit Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung zum Müllsammeln zu motivieren und damit auch die Riffe zu schützen. Überall auf Tomia und Wakatobi Island findet man Mülltonnen wie diese im Bild oben.

Auf Bali gibt es seit heuer in vielen Geschäften keine Plastik-Tüten mehr. Überall werden mittlerweile die Einkäufe in farbenfrohen Stofftaschen transportiert. Intensive Bemühungen der Mülltrennung haben hier bereits vor vielen Jahren begonnen, wie uns auch der österreichische Konsul auf Bali vor ein paar Jahren in einem Interview zu unserem Südostasienbuch ausführlich erzählt hat. Die allerorts aufgestellten bunten Mülltonnen sollen zum Trennen des Mülls motivieren. Und abseits der Touristenzentren in den kleinen Dörfern im Norden Balis oder an der Westküste scheint es auch zu funktionieren. Die Orte wirken Zum Teil sehr sauber und zeigen ein anderes Gesicht, als die Touristenhochburgen rund um Kuta, Ubud oder Jimberan.

Die Bemühungen der Regierung aber auch privater Organisatoren werden jedenfalls von Jahr zu Jahr intensiver, auch wenn man angesichts zugemüllter Strände vor allem in der Regenzeit oft einen anderen Eindruck bekommt. In den Schulen werden die Kinder bereits im Unterricht sensibilisiert, lokale Umweltinitiativen und Umweltprojekte haben sich dem Müllproblem verschrieben. Einige große Hotelanlagen haben die Dringlichkeit vor Jahren erkannt und investieren in Projekte zur Müllvermeidung. Und jeder einzelne kann täglich etwas dazu beitragen: Plastik so weit als möglich vermeiden, sich an Umwelt-Projekten beteiligen oder auch Initiativen finanziell unterstützen. Jeden Samstag begeben sich auch hunderte Balinesen und Ausländer, die auf Bali leben oder auch urlauben am frühen Morgen an den Strand zum gemeinsamen Beach-Cleaning. Einfach mitmachen.

Die Umweltsünden der letzten vier bis fünf Jahrzehnte lassen sich aber sicherlich nicht innerhalb weniger Jahre beseitigen und vermutlich braucht es ein bis zwei Generationen, bis sich auch hier der Trend zur nachhaltigen Abfall-Entsorgung und Abfall-Vermeidung sowie Mülltrennung durchsetzt. Wie sich dieser Trend in den abgelegenen Regionen anderer indonesischer Inseln durchsetzen wird, ist schwer abzuschätzen. Ebenso, wie sich das Verkehrsproblem – ebenfalls ein riesiges Umweltthema – in den dicht besiedelten und städtischen Zentren Indonesiens entwickeln wird. Wer schon einmal in Jakarta, Medan, Makassar oder auch Denpasar oder Ubud auf Bali im Stau gestanden hat, hat sich vermutlich – ähnlich wie wir – gefragt, wie das mit dem Verkehrschaos weiter gehen soll, ohne dass es über kurz oder lang zum Verkehrskollaps kommen wird. Von der Luftverschmutzung und Umweltbelastung ganz zu schweigen.

Mehr Infos Zum Thema „Müll“ und interessante Details dazu sowie Infos über Projekte und Initiativen, an denen man sich beteiligen kann, in einem ausführlichen Artikel von Barbara Nickl und Melissa Schumacher zum Müllproblem auf Bali auf der Indojunkie-Homepage unter der Rubrik Nachhaltigkeit http://www.indojunkie.com

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