Home-School aus Schüler-Perspektive by Seinab Alawieh

Wir sind wieder in die Schule daheim gestartet. Mittlerweile haben wir uns an den neuen Rhythmus gewöhnt und auch daran, dass wir alle fünf daheim sind. Die Kinder lernen am Vormittag und am Nachmittag sind sie bei Schönwetter im Garten. Ich habe für Ali noch vor den Ferien und für Yusef vergangenen Mittwoch neues Lernmaterial von der Volksschule in Schneegattern un der NMS in Friedburg geholt. Zu meiner großen Überraschung war Yusef schon beim Lesen im Wald-Buch von Peter Wohlleben, als ich mit den Unterlagen von der Schule heimkam und er hat sich dann gleich über die neuen Aufgaben, die ich mitgebracht habe, hergemacht. Und da ist mir die Idee gekommen, mal meine Kinder zu Wort kommen zu lassen, wie sie Situation gerade aus ihrer Sicht erleben. Im Folgenden könnt ihr darüber lesen:

Mein Name ist Ali ich bin 12 Jahre alt, und gehe in die 2. Klasse NMS in Friedburg. Es geht mir und meiner Familie eigentlich gut in der Corona-Krise. Aber es gibt Veränderung im Alltag, wie zum Beispiel, dass wir nirgends hinfahren können. Nicht mal zur Oma oder ins Kino oder zu Verwandten.

Mein Tagesablauf verläuft so: Ich stehe um 8 Uhr auf und frühstücke bis 9 Uhr. Dann mache ich Aufgaben bis ca 13 Uhr. Nach 13 Uhr gehe ich 3-4 Stunden raus und danach schreibe ich mit meinen Freunden ungefähr eine Stunde WhatsApp. Anschließend gehe ich Abendessen und am Abend schaue ich mir einen Film auf Netflix an. Es ist natürlich nicht jeder Tag genau so. Aber ich versuche nach 13 Uhr den Tag so zu gestalten, dass er möglichst ohne Langeweile endet.

Hallo, ich bin Yusef und ich bin 9 Jahre alt. Ich gehe in die 4. Klasse in der Volksschule Schneegattern. Ich erzähle euch jetzt über meinen Tagesablauf in der Corona Krise. Anders als in der Schulzeit stehe ich etwas später auf, erst gegen halb 9 Uhr und dann frühstücke ich was Kleines. Nach dem Frühstück fange ich mit meiner Hausübung an. Es ist ein wenig anstrengend, weil das neu für mich ist, von zu Hause aus zu Lernen und Hausübung zu machen. Aber ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt.

Ich versuche mich anzustrengen, damit ich bis 13 Uhr fertig werde. Aber es klappt nicht immer, obwohl ich mich bemühe. Danach gestalte ich mein Tag unterschiedlich. Manchmal mit backen oder basteln und wenn es schönes Wetter gibt, bin ich oft draußen, im Garten natürlich, weil wir ja keinen Kontakt haben sollen. Ich vermisse die Schule und meine Freunde sehr und freue mich schon, wenn ich sie wiedersehen darf.

Hallo, ich bin Yana, ich gehe in den Kindergarten in meinem Wohnort und ich bin 6 Jahre alt. Ich vermisse meine Gruppe im Kindergarten sehr. Ich liebe zwar meine Mama, und es ist schön mit ihr. Aber in meiner Pony-Gruppe, macht es mir viel Spaß, wenn wir alle gemeinsam was singen und spielen können. Zu Hause geht’s uns allen gut, aber es ist manchmal langweilig. Ich bereite mich für die erste Klasse schon vor, in dem ich jetzt diese Zeit nütze und viele Buchstaben lesen und schreiben lerne. Ich freue mich schon, wenn der Kindergarten wieder weiter geht.

Hallo, wir sind Hadeel & Gadeer & Raneen Aziz. Wir, die Zwillinge Hadeel und Gedeer, sind 18 und Raneen ist 14 Jahre alt und wir besuchen derzeit alle drei die HAK Neumarkt. Natürlich ist es gerade in dieser Zeit sehr anstrengend, wenn man eine höhere Schule besucht. Gerade jetzt wäre die wichtigste Prüfungsphase, die in einigen Fächern über die Noten bestimmen. Zudem ist es noch nicht klar, wie diese Prüfungen aussehen werden, ob wir den neuen Stoff allein durchmachen werden müssen oder gemeinsam lernen können. Da wir hoffen, dass es höchstwahrscheinlich im Mai wieder weitergehen wird, müssen wir uns natürlich darauf vorbereiten, dass es in der Zeit nach Schulbeginn wieder sehr stressig wird. Schularbeiten und Tests müssen nachgeschrieben werden, falls wer negativ ist, muss er geprüft werden etc.

Jede von uns drein den gleichen Tagesablauf, aber natürlich hat, je nach Klasse, die eine mehr für die Schule zu tun als die andere. Wir (Hadeel & Gadeer) haben beispielsweise mehr zu tun als Raneen. Wir stehen jeden Morgen auf und schauen nach ob unsere Lehrer uns die neuen Aufträge schon in Microsoft Teams hochgeladen haben oder ob sie uns irgendetwas per E-Mail gesendet haben. Für jeden Auftrag haben wir eine gewisse Zeit, in der wir die Aufgabe machen und abgeben müssen. Falls man mal nicht fertig wird, ist das auch kein großes Problem, da man das verspätet abgeben kann, aber man sollte einfach wirklich versuchen alles halbwegs gut hinzubekommen da unsere Endnote genau aus diesen Aufträgen jetzt besteht. Ich hoffe wir konnten euch einen Einblick in ein Schülerleben während der Krise zeigen!

Ich bin Melissa. 12 Jahre alt. Als wir Bescheid gekriegt haben, dass wir jetzt wegen Corona nicht mehr aus dem Haus gehen können, war es zuerst ein Schock. Mittlerweile geht es besser. Man hat so zu sagen schon eine Routine. Aber es ist sehr langweilig, man hat Zeit über Sachen nachzudenken, über die man zum Beispiel gar nicht nachdenken möchte. Mit der Schule geht es mittlerweile. Man weiß, wie man das Lernen zu Hause machen kann, aber trotzdem bin ich kein Fan davon. Man versteht zum Beispiel manche Sachen nicht und die Eltern können es auch nicht so erklären, wie es die Lehrer tun. Und wenn wir etwas über Computer machen müssen, funktioniert es meistens nicht. Wie gesagt, ich bin kein Fan davon. Aber wir müssen da alle jetzt durch.

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